Der Google Keyword Planner funktioniert auch ohne laufende Kampagne. Sie legen dafür im Expertenmodus ein Google-Ads-Konto ohne Kampagne an und hinterlegen Zahlungsdaten, die Google für Keyword-Vorschläge voraussetzt. Der Planer zeigt dann nur grobe Spannen, etwa 100 bis 1.000 Suchen pro Monat, reicht für eine erste Budget-Einschätzung aber aus.
- Für den Weg ins Konto wählen Sie „Konto ohne Kampagne erstellen“ im Expertenmodus.
- Zahlungsdaten sind laut Google-Hilfe Pflicht, auch ohne aktive Kampagne.
- Ein Rechenbeispiel aus dem Artikel ergibt für einen Testmonat ein Grobbudget von 120 bis 360 Euro.
- Für Nischenbegriffe mit wenig Historie zeigt der Planer teils gar keine Gebotsschätzung an.
Google Keyword Planner ohne Kampagne öffnen: Der sichere Weg zum Konto
Der Planer steckt in einem Google-Ads-Konto, und genau dort drängt die Oberfläche zur Kampagne. Nach der Anmeldung startet ein Assistent, der Ziel, Budget und Anzeigentexte abfragt und am Ende eine echte Kampagne veröffentlicht. Später im Konto lockt der Button „Neue Kampagne“, dazu kommen Empfehlungen, die sich per Klick übernehmen lassen.
Die Quellenlage ist hier widersprüchlich. Google selbst nennt die Option „Konto ohne Kampagne erstellen“ und empfiehlt sogar, das Konto vor der ersten Kampagne einzurichten. Alle Empfehlungen zum Kampagnenaufbau lassen sich überspringen. Den Klickpfad über den Expertenmodus beschreibt die aktuelle Google-Hilfe nicht mehr Schritt für Schritt. Er stammt aus mehreren unabhängigen Anleitungen, deren Button-Beschriftungen sich leicht unterscheiden. Google ändert die Texte offenbar gelegentlich. Achten Sie deshalb auf die Bedeutung der Schritte, denn der exakte Wortlaut wechselt.
- Google-Ads-Seite öffnen und mit dem Google-Konto anmelden, das später das Ads-Konto verwalten soll.
- Wenn der Assistent startet, auf „Zum Expertenmodus wechseln“ oder „Einstellungen für Fortgeschrittene“ klicken (je nach Version anders beschriftet).
- Am unteren Seitenrand „Konto ohne Kampagne erstellen“ wählen.
- Land, Zeitzone und Währung festlegen und die Kontoeinrichtung bestätigen, einschließlich der Zahlungsangaben (siehe nächster Abschnitt).
- Im Konto das Menü „Tools“ beziehungsweise „Planung“ öffnen und den Keyword-Planer wählen.
Zahlungsdaten im Keyword-Planer: Pflicht oder nicht?
Google verlangt Zahlungsdaten. Laut Hilfe müssen Sie Zahlungsinformationen eingeben, um grundlegende Funktionen wie Keyword-Vorschläge zu nutzen. Viele Blogs behaupten das Gegenteil, im Zweifel zählt die Primärquelle.
Keine Klickkosten ohne Kampagne. Bei Kredit- oder Debitkarten kann eine vorübergehende Vorautorisierung erscheinen, die meist innerhalb einer Woche verschwindet. Für die Identitätsprüfung verlangt Google teils eine kleine Vorauszahlung, die laut Google vollständig erstattungsfähig ist. Klären Sie intern vorab, welche Karte Sie verwenden dürfen.
Suchvolumen-Spannen einordnen: Was die Zahlen wirklich bedeuten
Ohne aktive Werbeausgaben liefert der Planer das Suchvolumen als Spannen, also als Wertebereiche wie 100 bis 1.000 Suchen pro Monat. Exakte Zahlen setzen laufende Anzeigenausgaben voraus. Eine konkrete Mindestausgabe, ab der sie erscheinen, nennt Google nicht. Rechnen Sie bei Nischenbegriffen daher mit Untergrenze und Obergrenze der Spanne.
Das Suchvolumen ist ein Zwölf-Monats-Durchschnitt und bezieht sich laut Google auf genau passende Suchanfragen, egal welche Keyword-Option Sie einstellen. Eine Spanne sagt also nichts über alle thematisch verwandten Formulierungen. Prüfen Sie deshalb Synonyme und Wortvarianten einzeln.
Messwerte und Prognosen: Messwerte sind historische Daten wie Suchvolumen, Wettbewerb und Gebotsbereiche. Prognosen schätzen Klicks, Impressionen und Kosten für ein von Ihnen gewähltes Tagesbudget und Gebot. Laut Google werden sie täglich aktualisiert und beruhen auf den Daten der letzten 7 bis 10 Tage.
Gebotsbereiche beruhen auf den Daten der letzten 30 Tage. Wenig Historie führt dazu, dass der Planer keine Gebotsschätzung anzeigt. Bei sehr kleinen B2B-Begriffen passiert das häufig, und das ist selbst ein Befund.
Kleine Zahlen schwanken stark durch Saison und aktuelle Ereignisse. Bei instabilen Märkten empfiehlt Google, wöchentlich statt monatlich zu planen. Ziehen Sie aus einem einzelnen Monatswert daher keine Trends.
Kaufabsicht-Keywords für B2B-Nischenprodukte finden
Bei erklärungsbedürftigen Produkten suchen Interessenten in vier Stufen, und für jede lohnt sich eine eigene Begriffsgruppe. Das Beispiel hier und in der Tabelle unten ist eine fiktive Vertragsmanagement-Software.
- Problemsuchen: beschreiben den Schmerz, ohne die Lösung zu kennen, etwa „vertragsfristen verpassen vermeiden“.
- Lösungskategorie: nennt die Produktart, etwa „vertragsmanagement software“.
- Anbietersuchen: enthalten Markennamen oder „alternative“, etwa „[Anbietername] alternative“.
- Vergleichssuchen: zeigen Auswahlphase, etwa „vertragsmanagement software vergleich“.
Geben Sie diese Begriffe als Startideen im Planer ein und lassen Sie sich Varianten vorschlagen. Informationssuchen („was ist vertragsmanagement“) und Jobsuchen („… jobs“, „… gehalt“) filtern Sie über die Filterfunktion des Planers aus. Später landen sie als negative Keywords (Begriffe, bei denen keine Anzeige erscheinen soll) in der Kampagne. Anbieter- und Vergleichssuchen haben meist kleine Volumen, sind aber die kaufnächsten Begriffe.
Beispiel-Keywordliste: Von der Spanne zur Budget-Einschätzung
Alle Werte in dieser Tabelle sind Platzhalter für die Rechnung, keine Marktdaten. Ersetzen Sie sie durch Ihre Planer-Ergebnisse.
| Begriff | Spanne (Suchen/Monat) | Gebot unten | Gebot oben | Wettbewerb | Absicht | Entscheidung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| vertragsmanagement software | 100 bis 1.000 | 3 € | 9 € | hoch | Lösungskategorie | aufnehmen |
| vertragsmanagement software vergleich | 10 bis 100 | 4 € | 11 € | mittel | Vergleich | aufnehmen |
| [Anbietername] alternative | 10 bis 100 | 2 € | 6 € | mittel | Anbieter | aufnehmen |
| vertragsfristen verpassen vermeiden | 10 bis 100 | keine Schätzung | keine Schätzung | niedrig | Problem | zurückstellen, später per Inhalt testen |
| was ist vertragsmanagement | 100 bis 1.000 | 1 € | 3 € | niedrig | Information | ausschließen |
| vertragsmanagement software jobs | 10 bis 100 | 1 € | 2 € | niedrig | Jobsuche | ausschließen |
Aus der Tabelle folgt die Überschlagsrechnung für das Startbudget.
Formel für die Grobbudgetierung: Startbudget pro Monat = durchschnittlicher Klickpreis × prognostizierte Klicks pro Monat.
Für die drei aufgenommenen Begriffe liegen die Mittelwerte der Gebote bei 6 €, 7,50 € und 4 €, im Schnitt rund 6 €. Angenommen, die Prognose-Ansicht zeigt für diese drei Begriffe zusammen etwa 40 Klicks pro Monat, ergibt das 240 €. Rechnen Sie zusätzlich mit dem unteren und oberen Ende (rund 3 € und 9 € je Klick), erhalten Sie eine Spanne von etwa 120 bis 360 €. Die obere Kante ist bewusst vorsichtig, weil der tatsächliche Klickpreis meist unter dem Gebot liegt.
Diese Zahl beantwortet nur, was ein Test an Klicks kostet. Was ein Lead kosten darf und wie sich die Kosten pro Lead senken lassen, ist eine zweite Frage.
Grünes Licht oder Stopp: Wann Google Ads für Ihr Angebot (noch) nicht trägt
Der Planer liefert ein Ampel-Signal, und diese Signale sprechen für „Stopp“:
- Kernbegriffe erscheinen gar nicht oder nur mit niedriger Spanne.
- Kaufnahe Begriffe zeigen keine Gebotsschätzung wegen unzureichender Daten.
- Die Prognose zeigt kaum Klicks für den Testmonat.
- Alle kaufnahen Begriffe ergeben zusammen nur wenige Dutzend Suchen.
Ein „Stopp“ bedeutet nicht, dass Ihr Produkt keine Nachfrage hat. Oft entdecken B2B-Käufer Lösungen über Netzwerke, Empfehlungen oder Social Ads, bevor sie überhaupt nach einer Produktbezeichnung suchen. Dann lohnt es sich, Kanäle wie LinkedIn Ads oder Meta Ads zu prüfen. Wer vor der internen Präsentation eine zweite Meinung möchte, kann Liste und Annahmen von Dritten gegenlesen lassen. Le Turbo Digital betreut SEA-Konten für B2B-Unternehmen und bietet dafür unter anderem einen Ad-Account-Audit an.
Typische Anfängerfehler, die ungewollt Geld kosten
- Den Kampagnen-Assistenten nicht durchklicken: Wechseln Sie beim Start in den Expertenmodus und wählen Sie „Konto ohne Kampagne erstellen“.
- Empfehlungen im Konto übernehmen: Überspringen Sie sie, Google bestätigt, dass das jederzeit möglich ist.
- Prognose und Kampagne auseinanderhalten: Im Planer simulieren Sie nur, der Button „Kampagne erstellen“ legt tatsächlich eine an.
- Alten Trick-Beträgen misstrauen: Ein Minibudget unter 2 € für exakte Zahlen setzt eine laufende Kampagne voraus.
- Das Tracking sauber einrichten, bevor eine Kampagne live geht, sonst zahlen Sie für Klicks ohne Erkenntnis.
Von der Spanne zur Entscheidung: Der nächste Schritt
Die Planer-Zahlen sind ein Ampel-Signal, keine Garantie. Sie zeigen, ob eine Nachfrage in der Größenordnung existiert, nicht, wie viele Anfragen daraus entstehen. Gegenprüfung vor der internen Festlegung: Stimmen die Suchtypen mit der Kaufabsicht überein, und trägt die Klickzahl einen auswertbaren Testmonat?
Le Turbo Digital übernimmt diese Gegenprüfung für B2B-Unternehmen aus Legal Tech, SaaS und Immobilien. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf leturbo.de.
Häufige Fragen zum Keyword-Planer ohne Kampagne
Kann ich aus dem kampagnenlosen Konto später direkt eine Kampagne starten?
Ja, Sie legen die Kampagne später im selben Konto an. Google empfiehlt ausdrücklich, zuerst das Konto einzurichten und erst danach eine Kampagne zu bauen. Die Zahlungsangaben haben Sie dann bereits hinterlegt.
Welche Zahlen zeige ich intern neben der Suchvolumen-Spanne?
Die Budgetspanne aus unterem und oberem Gebot, samt den Annahmen dahinter. Nennen Sie außerdem vorab, ab welchem Wert Sie „Stopp“ sagen, etwa wenn die Prognose für einen Testmonat zu wenige auswertbare Klicks zeigt.
Wie viele Begriffe sollte die Keywordliste enthalten?
Für eine erste Einschätzung genügen 15 bis 30 Begriffe aus allen vier Suchtypen. Bei Nischenprodukten ist die Zahl der sinnvollen Begriffe ohnehin begrenzt. Mehr Aufwand lohnt erst, wenn die kaufnahen Begriffe im Planer messbar Volumen zeigen, vorher produziert eine längere Liste nur mehr Rauschen.
Sind die Spannen für sehr kleine B2B-Nischenbegriffe verlässlich?
Meistens für die Richtung, selten für Details. Da sich das Volumen auf die exakte Wortfolge bezieht, testen Sie Synonyme und Wortvarianten einzeln und vergleichen Sie die Obergrenzen.
Reicht die Grobbudget-Zahl aus dem Planer für eine echte Budgetentscheidung?
Nein, sie beziffert nur die Klickkosten eines Tests. Für die Freigabe fehlen noch die erwartete Abschlussquote auf der Zielseite und der Preis, den ein Lead kosten darf.
